Flipper → Gottlieb

Gottlieb · 1979

The Incredible Hulk

The Incredible Hulk, Backglas

Der Flipper „The Incredible Hulk“ wurde 1979 von der Firma D. Gottlieb & Co. auf den Markt gebracht und genießt heute einen hohen Sammlerwert. Es handelt sich dabei um den allerersten Flipper von Gottlieb, der auf einem Marvel-Superhelden basiert.

Das Gerät gehört zu Gottliebs „System 1“-Serie (Solid State / Elektronisch). Er war einer der letzten Flipper dieser Reihe, bevor Gottlieb auf die System-80-Hardware umstellte. Vor dem Produktionsstart lief das Projekt unter dem Arbeitstitel „Valkyrie“. Das Spieldesign (Layout) stammt von der Flipper-Legende Ed Krynski, während die markante optische Gestaltung von Gordon Morison umgesetzt wurde.

Das Gehäuse und das Spielfeld spiegeln die klassische „Bronze Age“-Ära der Marvel-Comics wider. Das Artwork ist extrem farbenfroh, dominiert von den typischen Hulk-Farben Grün und Lila. Zu sehen sind Comic-Motive, bei denen der Hulk Stahl zertrümmert, umgeben von Explosionen. Der Hulk-Flipper gilt in der Community als außerordentlich schwer zu spielen und zu meistern. Dies liegt unter anderem am relativ weiten Abstand zwischen den beiden Haupt-Flippern am unteren Rand. Insgesamt verfügt das Spielfeld über vier Flipperfinger.
Das primäre Ziel ist das Maximieren des Bonus-Zählers (bis zu 20.000 Punkte) durch das Treffen von Überrollkontakten (Rollovers), Drop-Targets und beleuchteten Zielen. Dieser Bonus kann anschließend über zwei Kickout-Holes eingesammelt und danach neu aufgebaut werden. Das Treffen der Zielscheiben 1, 2 und 3 schaltet zudem den Spinner sowie den Extra-Ball frei. Für das Spiel wurden damals zwei verschiedene Soundpakete ausgeliefert: eines mit eher klassischen, mystischen Klängen und eines mit futuristischeren Laser-Sounds.

Der Flipper entstand 1979 durch eine Kooperation zwischen Gottlieb und Columbia Pictures. Auslöser war der gigantische Erfolg der Live-Action-Fernsehserie „Der unglaubliche Hulk“ (mit Bill Bixby und Lou Ferrigno), die Ende der 1970er Jahre weltweit im Fernsehen lief. Obwohl die Serie Realfilm war, entschied sich Gottlieb beim Artwork bewusst für den klassischen „Bronze Age“-Comic-Stil von Zeichner Gordon Morison. Ein absolut ungewöhnliches Detail im Spielfeld-Layout von Ed Krynski ist das Fehlen der klassischen Slingshots (die dreieckigen, elastischen Schlagkontakte direkt über den Flipperfingern, die man von fast jedem anderen Flipper kennt). Stattdessen besitzt der Hulk dort zwei automatische Ball-Kicker (Kickback Slingshots).

In den späten 70ern mussten Flipper in Spielhallen und Kneipen Geld einbringen, weshalb die Spielzeit pro Münze nicht zu lang sein durfte. Gottlieb designte den Hulk deshalb bewusst extrem schwer: Der Abstand zwischen den beiden unteren Haupt-Flippern ist ungewöhnlich weit. Gleichzeitig lockten die weiten seitlichen Auslaufbahnen (Outlanes) die Spieler mit der Chance auf ein „Special“ (Freispiel) – was jedoch oft im direkten Ballverlust endete.

The Incredible Hulk, Backglas
Backglas · Zoom
The Incredible Hulk, Spielfeld
Spielfeld · Zoom
The Incredible Hulk, Maschine
Maschine · Zoom